Welttages des Mädchens

Anlässlich des Welttages des Mädchens hat das nationale Statistikamt INEGI alarmierende Zahlen veröffentlicht. 75 Prozent der Mädchen und jungen Frauen leben in prekären Verhältnissen

Mexiko-Stadt, 16.Oktober- Rund 1,3 Millionen Mädchen und junge Frauen unter 18 Jahren arbeiten in Mexiko jeden Tag drei Schichten. 58, 2 Prozent von ihnen gehen neben ihrer Arbeit zur Schule und erledigen Hausarbeit, 31, 2 Prozent von ihnen gehen gar nicht zur Schule. Viele von ihnen unfreiwillig. Diese Zahlen veröffentlichte jetzt das Nationale Statistik- und Geographie-Institut (INEGI) in einem Bericht anlässlich des Welttages des Mädchens am 11.Oktober. In Mexiko leben 19, 8 Millionen Mädchen und Frauen unter 18 Jahren.

Obwohl das mexikanische Arbeitsgesetz unter 14jährigen verbietet zu arbeiten, gehen rund drei Millionen Mexikaner zwischen fünf und 17 Jahren einer Arbeit nach. Rund ein Drittel von ihnen sind Mädchen und junge Frauen. In fast der Hälfte der Fälle (46,8 Prozent) wird diese Arbeit nicht oder nur unregelmä߸ig entlohnt. Von denen, die ein Gehalt bekommen, erhält jede Dritte nur den Mindestlohn von rund 63 Pesos (variiert abhängig von Region). Rund 75 Prozent der Mädchen und jungen Frauen leben in prekären Verhältnissen.

Die Gründe zu arbeiten sind vielfältig: 27,8 Prozent gaben an, das Geld für den Schulbesuch zu brauchen, 12,7 Prozent sagten, dass das Geld zu Hause benötigt werde. Nur jede Zehnte erklärte, sie arbeite, um für eine spätere Arbeitsstelle zu lernen. Nur 2,6 Prozent der Mädchen behaupteten, dass sie nicht zur Schule gehen wollten.

Ebenso vielfältig sind dem Bericht zufolge die Formen der Beschäftigung: Ein Drittel der Mädchen arbeiten als Verkäuferin in einem Geschäft,  16 Prozent als Arbeiterin in einer  Fabrik, 10 Prozent als Hausangestellte und 8,5 Prozent arbeiten im fliegenden Handel auf der Stra߸e.

Neben ihren Beschäftigungsverhältnissen müssen acht von zehn Mädchen zu Hause die Hausarbeit erledigen. Und das in einem Umfang, dass der Bericht in diesem Zusammenhang schon von Missbrauch spricht. Oftmals würden die Mädchen durch Gewalt zur Arbeit gezwungen, hält das INEGI in seinem Bericht fest. Auch in ihren Beziehungen erführen diese Mädchen oftmals Gewalt. 3,49 Prozent der ledigen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren hätten durch ihren Partner Gewalt erfahren. Sind sie in diesem Alter bereits verheiratet, steige die Zahl sogar auf 39,5 Prozent.

Das Nationale Statistik- und Geographie-Institut wies darauf hin, dass es besonders für Mädchen und junge Frauen schwierig sei, diesem Kreislauf aus Niedriglohn und geringer sozialer Absicherung zu entkommen. Die meisten würden zu ,,unsichtbaren Arbeiterinnen“, die ausgebeutet würden und praktisch keinen Schutz erführen. (dmz/mik/hl)

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