Großunternehmer beteiligen sich an neuer Ausbildungsinitiative – Stahlindustrie fordert Steueranreize

Mexikos Stahlriese AHMSA will 2500 junge Leute ausbilden (Foto: AHMSA)

Monclova, Coahuila, 24. Januar 2019 – Mehrere mexikanische Großunternehmen beteiligen sich an der Ausbildungsinitiative der neuen Regierung. Das von Präsident Andrés Manuel López Obrador eingeführte  Programm „Jóvenes Construyendo el Futuro“ (Jugend gestaltet die Zukunft) sieht für jeden Auszubildenden ein monatliches Stipendium von 3.600 Pesos vor.

Allein der mexikanische Stahlriese Altos Hornos de México (AHMSA) wird 2.500 junge Menschen im Rahmen des Programms ausbilden. Wie der Präsident des AHMSA-Verwaltungsrats Alonso Ancira mitteilte, entspricht die Zahl der Auszubildenden 13 Prozent der gesamten Belegschaft des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften. Mindestens die Hälfte der jungen Menschen soll vom Unternehmen später übernommen werden, erklärte Ancira. Er rief die Regierung dazu auf, auszubildenden Unternehmen Steueranreize zu gewähren.

Koordiniert wird das Programm vom Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit.  Daran beteiligen sich neben AHMSA bereits andere mexikanische Großunternehmen, darunter Bachoco (Geflügel), Femsa (u. a. Coca Cola) und Bimbo (Backwaren).

Ziel von „Jóvenes Construyendo el Futuro” ist, jungen Menschen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu bieten und sie so davon abzuhalten, in die Kriminalität abzugleiten.

Die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (Camexa) steht mit dem Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit über die auf dem deutschen System basierende Duale Ausbildung im Rahmen des neuen Regierungsprogramms in Verhandlungen über eine mögliche Kooperation. Das Ergebnis ist noch offen.

Das duale Ausbildungssystem gibt es in Mexiko auf Initiative der Camexa seit sechs Jahren. Dabei wird zwischen dem reinen deutschen Modell („Modelo Purista“) und das mexikanische Modell (Modelo Mexicano).

Nach dem rein deutschen Modell bilden in Mexiko deutsche und österreichische Unternehmen für den eigenen Bedarf in Berufen für den Automobilbereich aus, darunter Volkwagen und Audi, Bosch, Schuler, Alpla, Magna und ZF AG.

Das mexikanische Modell basiert auch auf dem deutschen dualen System, ist jedoch an die mexikanischen Realitäten angepasst und geht über zwei statt dreieinhalb Jahre. Dafür wurden eigene Standards entwickelt, nach denen die Unternehmen ausbilden. Es ist nicht auf die Automobilindustrie beschränkt, sondern beinhaltet auch die Dienstleistungsbranche wie zum Beispiel Tourismus, Hotels und Gastronomie. Insgesamt gibt es nach Angaben der Kammer bereits 30 Ausbildungsberufe, an denen sich 250 Unternehmen beteiligen mit bisher 2109 Auszubildenden. (dmz/hl)




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