Zahl der Entführungen um 35% gestiegen

Der Bürgerrat für öffentliche Sicherheit und Strafverfolgung warnt vor weiterer Zunahme an Entführungen

Mexiko-Stadt, 18. Oktober 2013 – Die mexikanische Nichtregierungsorganisation Consejo Ciudadano para la Seguridad Pĺblica y la Justicia Penal (CCSPJP) schätzt, dass zum Ende des Jahres die Zahl der Entführungsfälle auf bis zu 3.600 Personen ansteigen wird. Der Präsident der Organisation Josá Antonio Ortega warnte, dass zwischen Januar und August 2013 die Zahl von 837 auf 1.130 Personen im Vergleichszeitraum gestiegen sei. Dies entspricht einem Anstieg um 35 Prozent.

Sollte diese Tendenz anhalten, dann werde das Jahr mit rund 1.700 Entführten schlie߸en, wenn man lediglich die Zahlen des Nationalen Systems der öffentlichen Sicherheit (Sistema Nacional de Seguridad Pĺblica) berücksichtige, erläuterte Ortega auf einer Pressekonferenz. Noch nie seit Beginn Aufzeichnungen im Jahr 1997 sei die Zahl an Entführungen so hoch gewesen.

Ortega betonte, dass die Zahlen des Nationalen Systems nur einen Teil der Entführungsrealität in Mexiko widerspiegelten, weil Entführungsfälle, die bei der Generalstaatsanwaltschaft (PGR) angezeigt werden bzw. die von Heer und Marine befreiten Entführungsopfer nicht mit berücksichtigt seien. Würden diese Zahlen mit einkalkuliert, dann seien im ersten Halbjahr 2013 nicht 832, sondern 1.802 Personen entführt worden, was wiederum impliziere, dass diese Zahl bis Jahresende auf über 3.600 Entführungsopfer ansteigen könnte.

Staaten, die am meisten vom Anstieg betroffen wurden, sind laut Ortega Morelos, Tamaulipas, Guerrero, MichoacÄ¡n, Tabasco und Veracruz. Im Vorjahr wurden insgesamt 3.259 Opfer registriert. Dutzende Entführungsfälle würden aus Angst vor Repressalien allerdings nie angezeigt.

Aus dem CCSPJP-Sicherheitsbericht vom September geht au߸erdem hervor, dass die Besorgnis des Innenministers Miguel Osorio Chong hinsichtlich der zunehmenden Entführungsfälle in den letzten Monaten zwar viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe. Sie stehe allerdings im Kontrast zu vorherigen Veröffentlichungen der Regierung, wonach Gewalt und Verbrechen zurückgingen. Dem CCSPJP-Bericht zufolge sind die Streitkräfte im Begriff, Spezialeinheiten zur Bekämpfung von Entführung und Erpressung auszubilden mit dem Ziel, diese Verbrechen landesweit  baldmöglichst in den Griff zu bekommen.

Nach jüngsten Angaben des nationalen Statistikamtes INEGI sind die Kosten durch die Kriminalität  in den letzten Jahren auf 1,34 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen (dmz/ng/hl)

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