Internet-Workshops für Strafgefangene

Digitale Alphabetisierung: Zentrum für Digitale Kultur in Mexiko-Stadt bringt Häftlingen den Umgang mit neuen Medien bei

Mexiko-Stadt, 30. Dezember – Mit Hilfe von Internet-Wirkshops sollen Strafgefangene in Mexiko-Stadt, die kurz vor ihrer Freilassung stehen, auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden. „Zu einem Leben in Freiheit gehören heute die neuen Medien mehr und mehr dazu“, erklärte die Leiterin des Zentrums für Digitale Kultur (Centro de Cultura Digital, CCD).

Alfabetizaciijn DigitalheiÄŸt das Projekt, das im vergangenen Mai von Conaculta und den zuständigen Justizvollzugsbehörden im Bundesdistrikt ins Leben gerufen wurde, um mit Hilfe von Internet-Workshops Strafgefangene darauf vorzubereiten, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. So gehe es bei den Kursenum die korrekte Nutzung des Internets und seiner sozialen Netzwerke wie Facebook, E-Mail und Skype. So werde ihnen beigebracht, „eine E-Mailadresse einzurichten, wie sie Stadtpläne im Internet nutzen und sich mit ihrer Hilfe zurecht finden können, wie sie sich in einem sozialen Netzwerk anmelden und mit Bekannten und Freunden darüber Kontakt aufnehmen können. AuÄŸerdem werden sie mit der Internettelefonie vertraut gemacht“ erläuterte Quintanilla in einem von Conaculta verbreiteten Interview.

Etwa 20 Sträflinge können sich pro Kurs anmelden. Die Kurse sind für die gesamte Bevölkerung und damit auch für die Familienangehörigen der Strafgefangenen zugänglich. Diese werden während der Workshops von Gefängnispersonal begleitet und bewacht. Das Angebot komme sehr gut an, die „Strafgefangenen kommen schon glücklich hierher“, sagte Quintanilla. Wie und ob sich die Kurse für die ehemaligen Strafgefangenen in der Praxis bewährt haben, darüber liegen noch keine Untersuchungen vor.

Gerade für Langzeitinsassen stelle „Alfabetizaciijn Digital“ eine groÄŸe Chance dar. Zunächst biete es ihnen die Möglichkeit, sich noch während ihrer Strafzeit auf das Leben auÄŸerhalb des Gefängnisses vorzubereiten. „Internet und soziale Netzwerke haben mittlerweile eine Schlüsselfunktion in der heutigen Gesellschaft übernommen. Somit ist es für eine funktionierende Reintegration von Bedeutung, dass die Sträflinge mit den neuen Medien bekannt gemacht werden“, betonte Quintanilla. Sie bekämen so die Möglichkeit „Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und gemeinsam die Kommunikation über das Internet zu erlernen.“ Die Kurse „gefallen ihnen sehr.“

Hauptziel des Projekts sei die Reintegration in die Gesellschaft, unterstrich Leiterin des CCD. Es sei nicht gewünscht, dass die ehemaligen Straftäter sich verpflichtet fühlen, an den Workshops teilzunehmen, um ihre Jobchancen zu verbessern. „Die Workshops sollen den Sträflingen zeigen, wie sie die Technologie kreativ und nützlich einsetzen und wie man sie sich zu Eigen machen kann.“ Gleichzeitig sollen die Kurse  auch ein Verantwortungsbewusstsein für Aktivitäten im Internet vermitteln.

Die neuen Medien böten zunehmend ein Forum für Kreativität und Kultur, worauf das CCD mit seinen Kursen reagiert habe. An den Workshops kann auch die allgemeine Bevölkerung teilnehmen. Diese Initiativen, so Quintanilla,  zeigten, dass das im September 2012 gegründete Centro de la Cultura Digital „lebendig, voller Energie und mit groÄŸem Potenzial ist.“ (dmz/isb/hl)




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