Kinematographie und Biomedizinische Physik

 

Mexiko-Stadt, 18. Dezember- Die Nationale Autonome Universität von Mexiko (UNAM) bietet nun auch Kinematographie und Biomedizinische Physik als eigenständige Studiengänge an. Das hat der Hochschulrat in seiner letzten Sitzung beschlossen. Seit 2007 wurden unter dem Rektorat von JosÄ© Narro Robles insgesamt 23 neue Berufe in das Angebot aufgenommen.

Sowohl biomedizinische Physik als auch Kinematographie wurden von der UNAM seit längerem als Nebenfächer angeboten. Die Nachfrage nach Experten beider Gebiete sei in den letzten Jahren jedoch enorm gestiegen, teilte die UNAM dazu mit. Ausgebildete Filmmacher und biomedizinische Physiker seien aufgrund technischer Entwicklungen in den jeweiligen Feldern immer gefragter. Nun bietet die Universität die Fächer als achtsemestrige Studiengänge an.

Biomedizinische Physik

„Die 100 Absolventen der biomedizinischen Physik pro Jahr befriedigen den Arbeitsmarkt nicht mehr“, stellt Enrique Luis Graue Wiechers, Direktor der Medizinfakultät, fest. In Mexiko existieren rund 700.400 radiologische Praxen, in denen hauptsächlich mit elektromagnetischen Strahlen und mechanischen Wellen gearbeitet wird. Dazu kommen 300 Praxen, in denen Patienten nuklearmedizinisch behandelt werden. Weitere 150 Einheiten benutzen die Kobaltkanone zur Behandlung von Krebstumoren. „Es gibt in diesem Bereich einen riesigen Bedarf an ausgebildetem Personal“, so Graue Wiechers.

Angeboten wird der Studiengang von der Fakultät der Naturwissenschaften in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät und mehreren Instituten. Die Studenten sollen hier ein fundiertes Wissen der Biomedizin, der Mathematik und Physik erlangen. „Die UNAM bietet alle Voraussetzungen um den Studenten in diesem Studiengang eine exzellente Ausbildung zu garantieren“, versichert Rosaura Ruiz, Direktorin der Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Kinematographie

Mit der Einführung als eigenständiges Studienfach reagiert die UNAM auf den wachsenden Bedarf an Experten im Bereich Film (u. a. Regie, Kamera, Drehbuch, digitale Technik). Alfonso Cuarijn, Regisseur des mexikanischen Kult-Films „Y tu mamÄ¡ tambiÄ©n“ und des Oskar-nominierten Werks „Gravity“ zeigt es: In der Filmbranche machen Mexikaner derzeit international Karriere. „Während der 50 Jahre, in denen Kinematographie in dem Studienzentrum für Film (Centro Universitario de Estudios CinematogrÄ¡ficas, CUEC) angeboten wurde, gewann das Institut mehrere Preise und Oskar-Nominierungen. „Dass Kinematographie als vollständiger Studiengang angeboten wird, ist für uns eine Anerkennung unserer Erfolge“, meinte der CUEC-Leiter Felipe Coria. Am CUEC der UNAM studierte auch Alfonso Cuarijn Kinematographie noch als Nebenfach.

Der Hochschulrat begrüÄŸte bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche die Nobelpreisträgerin von 1992, die in Mexiko lebende Guatemaltekin Rigoberta Menchĺ Tum, als Ehrenforscherin in dem Projekt „Multikulturelles Mexiko” (Programa Universitario MÄ©xico Naciijn Multicultural).Gerardo Hebert VÄ¡zquez Nin, Professor der Fakultät für Naturwissenschaften und  Xavier CortÄ©s Rocha, Professor der Fakultät für Architektur, wurden als Emeriti geehrt. Zum Schluss der Sitzung hieÄŸ der Rat den derzeitigen Präsidenten des Colegio de MÄ©xico, Javier Garciadiego Dantan, als neues Mitglied willkommen.

Insgesamt bietet die UNAM nun 107 Studienfächer an. (dmz/isb/hl)

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