Leinwände für Graffiti-Künstler

Projekt dient der Entkriminalisierung von Graffiti-Sprayern – Auch Unternehmen und Privatleute können Flächen zur Verfügung stellen

Mexiko-Stadt, 13. November- Jugendliche Graffiti-Sprayer haben von der Regierung von Mexiko-Stadt nun die Chance bekommen, ganz legal ihrer Kunst nachzugehen. Mit dem ersten Wandbild auf dem Gebäude des Instituts für die Jugend der mexikanischen Hauptstadt (Instituto de la Juventud del DF, Injuve) hat das Institut das Projekt „Lienza Capital“ (Hauptstadt-Leinwand) ins Leben gerufen. Ziel dieses Projekts ist das Graffitisprayen von Jugendlichen zu entkriminalisieren, indem öffentliche Räume dafür zur Verfügung gestellt werden.

Wie die Stadtverwaltung jetzt bekanntgab, gab es in diesem Jahr 283 GesetzesverstöÄŸe aufgrund von illegalem Sprayen in Mexiko-Stadt. 134 Täter wurden verhaftet, 54 Täter erhielten eine Geldstrafe und 70 Täter wurden verwarnt. In den restlichen Fällen sei noch kein Urteil gefällt worden. Um die Anzahl der VerstöÄŸe zu reduzieren und das Verhalten der Jugendlichen in dem Zusammenhang zu entkriminalisieren initiierte Injuve das Projekt „Lienzo Capital“.

Eduardo Rovelo Pico, Leitender Direktor der Bürgerjustiz (Director Ejecutivo de Justicia CÄ­vica), zufolge haben Jugendliche das Recht sich künstlerisch auszudrücken und ihre Ideen darzustellen. Dies können sie durch „Lienza Capital“ nun im Rahmen der Legalität tun. Dafür werde die Stadt unter anderem Flächen an Metrostationen der Linie B zur Verfügung stellen. AuÄŸerdem sind Graffiti-Künstler an dem Projekt beteiligt, von deren Erfahrung die Jugendlichen profitieren könnten.

Für bereits wegen illegalen Sprayens verurteilte Jugendliche ist das Projekt auch eine gute Chance: Sie können die Stunden Sozialarbeit, zu denen sie verurteilt wurden, durch die Mitarbeit an einem Wandbild ableisten. „Es werden sichere und freie Räume insbesondere für Jugendliche geschaffen, die sich dem Graffiti, der urbanen Kunst und der Hip Hop-Kultur verschrieben haben, damit sie sich sicher fühlen und sich nicht in Schwierigkeiten bringen“, erklärte MarÄ­a Fernanda Olvera Cabrera, Direktorin des Injuve. AuÄŸerdem würden so verlassene Gegenden verschönert.

Das erste Wandgemälde, das im Rahmen von „Lienzo Capital“ geschaffen worden ist, heiÄŸt „Quetzen-Tul“ und wurde von dem Künstler Favio MartÄ­nez „El Curiot“ gemalt. Es ist auf dem Gebäude des Instituts für die Jugend in der Nähe der Metrostation Colegio Militar zu sehen.

Wer Wände oder Mauern zur Verfügung stellen möchte, kann sich hier anmelden: lienzocapital@gmail.com. (dmz/isb/hl)

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