Opfer von Beziehungsgewalt

Institut für Frauen veröffentlicht erschreckende Zahlen – Aggressionen gehören zum Alltag vieler Frauen in Mexiko – nicht nur in ihren Familien

Mexiko-Stadt, 25. November Ã¢â‚¬â€œ Rund 47 Prozent der mexikanischen Frauen über 15 Jahren haben in ihrem Leben in irgendeiner Form Gewalt durch ihren aktuellen oder ehemaligen Lebenspartner erfahren. Diese Zahl hat zum heutigen Internationalen Welttag gegen die Gewalt gegen Frauen (25. November) das Nationale Fraueninstitut (Inmujeres) veröffentlicht.

Die Zahlen sind erschreckend hoch: Rund die Hälfte der Mexikanerinnen sind bereits einmal Opfer von häuslicher Gewalt geworden. 14 Prozent der befragten Frauen sagten, sie seien von ihrem jetzigen oder einem ehemaligen Partner geschlagen, gefesselt oder eingesperrt worden. 7,3 Prozent gaben an, von ihrem Partner sogar vergewaltigt worden zu sein.

Neben der körperlichen Gewalt werden Frauen auch Opfer psychischer Gewalt: 43, 1 Prozent der befragten Frauen sind mindestens einmal von einem Partner bedroht worden. Die Art der Bedrohungen reichen von Androhungen von Schlägen über Todesdrohungen mit vorgehaltener Waffe bis zur angedrohten Tötung der gemeinsamen Kinder.

Rund einem Viertel (24, 5 Prozent) der Frauen wurde verboten, arbeiten zu gehen oder zu studieren. Zu dieser Gruppe gehören auch Frauen, denen der Partner Geld oder andere Besitztümer (Häuser, Grundstücke) weggenommen hat.

Doch laut des Nationalen Fraueninstituts erfahren mexikanische Frauen nicht nur in ihren Beziehungen Gewalt. So sagten 37, 1 Prozent der Befragten, auch Unbekannte, Nachbarn, Freunde, Polizisten oder Militärs seien ihnen gegenüber aggressiv geworden, wobei die Aggressionen von ungewollten Berührungen bis erzwungenem Sex reichen.

Bereits 2011 hatte eine nationale Umfrage über häusliche Gewalt (Endireh 2011) ergeben, dass 40 Prozent der Mexikanerinnen in ihren Beziehungen Gewalt ausgesetzt seien. Damals hat nur ein Prozent angegeben, Hilfe zu suchen. Wenigstens der Wert hat sich in den letzten zwei Jahren verbessert: Immerhin elf Prozent behaupteten jetzt, sie würden Hilfe suchen. Wenn der Aggressor nicht der eigene Partner war, sind es zwölf Prozent, die sich an öffentliche Institutionen wenden.  (dmz/mik/hl)




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