PISA-Test: Mexiko auf dem letzten Rang

Bei Mathematik liegt Mexiko um 25 Jahre und beim Lesen um 65 Jahre zurück – Nur leichte Verbesserungen seit 2003

Mexiko-Stadt, 3. Dezember – Der sogenannte PISA-Schock ist in Mexiko wohl immer noch nicht angekommen: Von den 34 Mitgliedsstaaten, die die OECD im sogenannten PISA-Bildungstest untersucht hat, belegt Mexiko den letzten Rang.

Als ob das nicht reichte: Die OECD attestiert Mexiko gegenüber den anderen OECD-Ländern einen Rückstand zum heutigen Durchschnittswert in Mathematik von 25 Jahren, im Lesen sogar von 65 Jahren. Das heiÄŸt, dass auch in absehbarer Zeit keine Bildungserfolge auf OECD-Niveau in Mexiko zu erwarten sind. An dem Test nahmen im März 2012 rund 30 000 mexikanische Schüler und Schülerinnen im Alter von 15 Jahren teil. Insgesamt wurden 510 000 junge Menschen in 65 Ländern getestet.

Die Kabinettspräsidentin und OECD-Botschafterin in Mexiko, Gabriela Ramos, sagte bei der Präsentation der Studie, dass die Punkte, die Mexiko erzielt habe, im Durchschnitt „das widerspiegle, was in anderen OECD-Ländern Schüler innerhalb von zwei Schuljahren lernen“. In Mexiko hingegen gebe es lediglich eine Grundausbildung, aber nicht mehr. Mexiko erzielte 413 Punkte in Mathematik, 424 Punkte beim Lesen und 415 Punkten in den Wissenschaften. Spitzenreiter Shanghai weist 613 Punkte in Mathematik bzw. 570 im Lesen und 580 in den Naturwissenschaften auf. Deutschlang liegt mit 514 (Mathematik), 508 (Lesen) und 524 (Naturwissenschaften) Punkten auf Rang 16.

Mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 413 habe Mexiko den angestrebten Wert von 500 weit verfehlt, räumte Ramos ein. Bei ihrem „Notruf“, die Bildungsreform sei viel mehr als nur Proteste und man müsse sie ernsthaft umsetzen, erwähnte sie die CNTE, die seit August mit ihren Demonstrationen immer wieder das Hauptstadtleben lahmlegen, nicht.

Auch Bildungsminister Emilio Chuayffet Chemor kommentierte die Ergebnisse. Das „einzige Ziel, dass die Bildungspolitik kennt“, so der Minister, „ist die Verbesserung der Bildungsqualität“. Die Schuld sehe er allerdings nicht bei Enrique Peıa Nietos Amtsvorgänger Felipe Calderijn, in dessen Regierungszeit die Tests durchgeführt worden waren: „Dass die Bildung in Mexiko so ist, wie sie ist, ist das Ergebnis eines langen Prozesses.“ Die Bildung habe sich in den letzten 20 Jahren langsam zersetzt. Er unterstrich, dass die Tests vor der Bildungsreform Peıa Nietos durchgeführt worden seien. Der Bildungsminister hofft, dass die Bildungsreform der neuen Regierung beim nächsten PISA-Test 2015 erste Verbesserungen zeigen wird.

Trotzdem zeigen die Zahlen auch kleine Fortschritte: Mit dem durchschnittlichen Wert von 413 Punkten hat sich Mexiko im Vergleich zum Jahr 2003 um 28 Punkte verbessert und liegt gleichauf mit anderen lateinamerikanischen Ländern wie Uruguay und Costa Rica. Dennoch liegt Mexiko seit Einführung der Untersuchung immer mit der Türkei auf den letzten beiden Rängen. (dmz/mik/hl)




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