Venezuela will Milliarden an Exxon zahlen

1,6 Milliarden Dollar wird Venezuela Exxon als Entschädigung für die Enteignung zahlen (Foto: almomento.mx)

Wegen der Verstaatlichung von Ölfeldern muss das südamerikanische Land den US-Konzern entschädigen. Die festgesetzte Summe ist allerdings viel geringer als die Forderung von Exxon. Venezuela feiert die Entscheidung der Schiedsstelle als Erfolg.

New York/Caracas, 10. Oktober 2014 – Venezuela will dem Energiekonzern Exxon Mobil eine Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen und damit einen jahrelangen Rechtsstreit beilegen. Wegen der Verstaatlichung von Ölfeldern hatte die Schlichtungsstelle der Weltbank ICSID dem US-Unternehmem zuvor 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) zugesprochen.

„Wir sind bereit. Wir haben kein Problem damit, den Schiedsspruch zu erfüllen und dieses Kapitel zu schließen, das sich zu einer Bedrohung für die Wirtschaft unseres Landes entwickelt hat“, sagte der venezolanische Außenminister Rafael Ramírez am Freitag. Er wertete die Entscheidung aus New York als Erfolg. Venezuela habe einen politischen und juristischen Sieg errungen. Ursprünglich hatte Exxon 14,7 Milliarden Dollar gefordert.

„Heute ist ein Tag des Siegs. Wir haben Exxon Mobil geschlagen“, schrieb der frühere Erdölminister auf Twitter. „Herren Imperialisten, das Öl gehört dem Volk.“ Die Schlichtungsstelle habe gegen die „exorbitanten und nie gerechtfertigten“ Entschädigungsforderungen des US-Konzerns entschieden. Der Spruch habe klar gemacht, dass der siebenjährige Streit mit gigantischen Forderungen und skandalösen Manövern von Exxon vollkommen unnötig gewesen sei. Die jetzt festgelegte Entschädigungssumme bewege sich im vernünftigen Rahmen.

Wegen bereits geleisteter Entschädigung gehe er davon aus, dass Venezuela letztlich nur rund eine Milliarde Dollar (790 Mio Euro) an den US-Ölkonzern zahlen müsse, sagte Ramírez laut einem Bericht der Zeitung „El Universal“.

Venezuela hatte die Ölfelder 2007 unter der Präsidentschaft des 2013 verstorbenen Hugo Chávez verstaatlicht. Zuvor war eine Partnerschaft zwischen Exxon und dem Staatsbetrieb Petroleos de Venezuela SA (PDVSA) im rohstoffreichen Orinoco-Becken im Westen des Landes gescheitert. Der US-Ölkonzern sieht sich enteignet. Die Aktien von Exxon gingen am Donnerstag mit einem Minus von fast drei Prozent aus dem New Yorker Handel. (dpa/dmz/hl; Foto: www.almomento.mx)

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