Palacio de Bellas Artes: Wie Kunst in unserem Gehirn aussieht

 

Was wohl bei dieser Betrachterin im Kopf vorgeht? (Fotos: Museo del Palacio de Bellas Artes)

Mexiko-Stadt, 17. Dezember 2014 – Ein Kunstwerk kann beruhigen, es kann verstören, es kann auch einfach nur zum Nachdenken anregen. In jedem Fall lösen Bilder in uns etwas aus, wenn wir sie betrachten. Was genau läuft aber in unseren Köpfen ab? Dieser Frage hat sich das Palacio de Bellas Artes gewidmet und zum Abschluss der Ausstellung „En esto ver aquello. Octavia Paz y el arte“ ein außergewöhnliches Experiment gestartet. 

Das Forschungsprojekt, welches zusammen mit den Medienkünstlerinnen Leslie García und Paloma López und der Werbeagentur El Recreo ins Leben gerufen wurde, ist der Höhepunkt der der Ausstellung „En esto ver aquello. Octavia Paz y el arte“ im Palacio de Bellas Artes. Die Künstler wollten herausfinden, welche Reaktionen und Lesarten unterschiedliche Werke der Ausstellung bei Betrachtern auslösen. 

Dazu haben 20 Freiwillige an einem Experiment teilgenommen, von denen jeder mit einem sogenannten Emotiv-System-Headset ausgerüstet wurde. Mithilfe dieser Headsets, die auch bei Computerspielen als Controller eingesetzt werden, wurden die Gehirnströme der Benutzer beim Betrachten von Kunstwerken gemessen. Diese Daten wurden wiederum in akustische und visuelle Signale umgewandelt, anhand derer sich erkennen lässt, in welcher Weise unterschiedliche Werke die Gedanken der Betrachter stimulieren. 

Herausgekommen ist dabei eine reichhaltige Sammlung visueller und akustischer Darstellungen von Datenvariationen, die für Wissenschaftler in Mexiko ein kleiner Schatz sind. Es ist ein erster und wichtiger Schritt, um Kunst auf wissenschaftlich-empirische Weise darstellbar zu machen. 

Leslie Garcia arbeitet vor allem an elektronischen Kunstprojekten. Ihr Spezialgebiet ist die Fusion von Kunst und Technik, die sie mittels visueller Tools untersucht. Sie ist Mitbegründerin der Gruppe Dream Addictive (Tijuana, Baja California) und Mitglied der Astrovandalistas in Mexiko-Stadt sowie dem Collective Interspecifics. 

Paloma López arbeitet seit ihrem Master in Creative and Cultural Entrepreneurship an der Goldsmith’s University in London beim Radioglobal collective, einer Online-Radiostation in Tijuana. Außerdem ist sie Forschungsleiterin der Online-Plattform für Gegenwartskultur Estándar, wo sie neue Modelle intentionaler kreativer Gemeinschaften untersucht. Sie hat an unterschiedlichen Projekten und Festivals mitgewirkt, etwa beim Arte Careyes, bei Mutek MX (Mutek Lab) sowie dem Music Makers Hack Lab México

Die Ausstellung „En esto ver aquello. Octavia Paz y el arte“ ist noch bis zum 4. Januar 2015 im Museum Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt zu sehen. 

(dmz/ds; Fotos: Museo del Palacio de Bellas Artes)